Appetitlosigkeit

Appetitlosigkeit, auch Inappetenz genannt, meint das verminderte Verlangen nach Essen und Genuss, welches vom zentralen Nervensystem (ZNS) gesteuert wird. Die aktuelle Gefühlslage, aber auch die verschiedenen Sinneseindrücke vom Essen regulieren, ob der Mensch Lust auf eine bestimmte Speise hat. Der Mangel an Appetit ist oft ein Symptom einer körperlichen oder psychischen Disbalance.
“Symptom einer Erkrankung oder ein Zeichen für einen unbewussten Hungerstreik”
Menschen mit Appetitlosigkeit haben die Lust am Essen verloren. Speisen können sogar Unbehagen und Ekel auslösen. Appetitlosigkeit geht oft auch mit Gewichtsverlust einher, da sich der Körper nach einiger Zeit an die reduzierte Nahrungsaufnahme gewöhnt hat und das Hungergefühl nachlässt. In diesem Fall spricht man von Anorexie. Im Gegensatz dazu ist die Anorexia nervosa (Magersucht) eine psychisch bedingte Essstörung, bei der die Betroffenen eine gestörte Körperwahrnehmung haben und aus Angst vor Gewichtszunahme das Essen vermeiden.
Appetitlosigkeit kann sowohl psychische als auch körperliche Ursachen haben. Alle körperlichen Symptome, zu denen auch Appetitlosigkeit zählt, sollten zuerst von einem Hausarzt gründlich abgeklärt werden, um mögliche körperliche Erkrankungen als Ursache auszuschließen. Das Verlangen nach Essen wird grundsätzlich durch das zentrale Nervensystem (ZNS) reguliert. Botenstoffe wie Serotonin beeinflussen dabei die Stärke des Appetits, sodass innere Unruhe oder psychische Belastungen den Stoffwechsel in Form von Stresshormonen durcheinanderbringen. Appetitlosigkeit ist häufig ein Anzeichen von erhöhtem Stress, wenn der Mensch aufgrund psychischer Anspannung vergisst zu essen oder sich zum Essen zwingen muss. In Phasen mit weniger Stress regeneriert sich der Appetit aber meist wieder. Anders jedoch anhaltender psychischer Belastung, z.B. bei einer Depression: Hierbei sind die körperlichen Funktionen eingeschränkt, sodass die Appetitlosigkeit mit Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit einhergeht. Bei Magersucht hingegen ist das bewusste Hungern bei gesteigerter körperlicher Aktivität das zentrale Symptom, sodass starkes Hungern den Appetit zügelt.
Häufig führen auch Erkrankungen im Verdauungstrakt wie Morbus Crohn, eine akute Magenschleimhautentzündung oder Durchblutungsstörungen des Darms zu einem verminderten Appetit. Auch Medikamente können als Nebenwirkung das Verlangen nach Nahrung hemmen.
Appetitlosigkeit sollte immer ernst genommen werden, da sie entweder ein Symptom einer Erkrankung oder ein Zeichen für einen unbewussten "Hungerstreik" ist. Ist der verminderte Appetit eindeutig auf Stress zurückzuführen und setzt das Hungergefühl in Phasen mit weniger Stress wieder ein, besteht kein Grund zur Sorge, sollte aber dennoch beobachtet werden. Bei anhaltender Appetitlosigkeit und damit verbundenem Gewichtsverlust sollte ein Arzt aufgesucht werden, um Erkrankungen auszuschließen. Appetitlosigkeit ist auch gefährlich, wenn ein Patient unter Magersucht leidet. Nicht selten besteht die Gefahr des Verhungerns, sodass hier dringende medizinische Versorgung notwendig ist.
Da verschiedene Erkrankungen den Mangel an Appetit verursachen, bedarf es der Behandlung des Grundleidens. Wie die Behandlung erfolgt, hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Körperliche Erkrankungen können von einem Arzt unter anderem mit der Zugabe von Medikamenten behandelt werden. Bei psychischen Ursachen kann ich Ihnen helfen, diese Ursachen zu erforschen und mit Ihnen gemeinsam neue Handlungsmuster zu erarbeiten.

