Gefühllosigkeit

Spüren Betroffene keine Gefühle mehr, erleben sich wie versteinert und können selbst gegenüber Menschen, welche Ihnen nahe stehen, keine innige Bindung verspüren, spricht man von Gefühllosigkeit. Diese Form der Gefühllosigkeit tritt häufig bei depressiven Phasen auf. Sie erleben weder Freude, Lust, Mut oder Hoffnung. Auch negative Gefühle wie Wut, Hass oder Trauer können nicht mehr empfunden werden. Im weiteren Verlauf der Gefühllosigkeit entwickeln sich zunehmend eine Interessenlosigkeit und Antriebslosigkeit, aus welcher sozialer Rückzug und Einsamkeit resultieren können.
“traumatische Erlebnisse oder emotionale Vernachlässigung"
Können Menschen Emotionen nicht lesen, differenzieren oder verarbeiten, handelt es sich um eine Alexithymie (Gefühlsblindheit). Bei einer leichten Form fällt es den Betroffenen schwer, mit ihren und anderen Gefühlen umzugehen. Ist sie eher mittelmäßig ausgeprägt, können Betroffene die Gefühle nicht entschlüsseln, wodurch es häufig zu Problemen in der Kommunikation und damit einem erschwerten Aufbau sozialer Beziehungen kommt. Eine schwere Ausprägung bewirkt, dass Betroffene sich aus ihrem sozialen Umfeld komplett herausziehen, ihnen fehlt häufig der Sinn des Lebens und nicht selten erkranken sie an einer Depression. Gefühllosigkeit zeigt sich jedoch auch im Rahmen von Persönlichkeitsstörungen oder Schizophrenie.
Dagegen ist mit Anhedonie gemeint, dass ein Mensch positive Emotionen kaum bis gar nicht spüren kann. Dazu zählen beispielsweise Freude und Vergnügen, aber auch sexuelle Lust.
Eventuell können traumatische Erlebnisse oder emotionale Vernachlässigung in der frühen Kindheit zum fehlenden Gefühlsempfinden geführt haben.
Zunächst sollte auch hierbei eine gründliche medizinische Diagnostik erfolgen. Geht die Gefühllosigkeit auf eine starke psychische Belastung zurück, z.B. eine schwere Depression, sollte diese vorrangig behandelt werden. Das kann mit Hilfe von Psychopharmaka und Psychotherapie erfolgen. Ich kann Ihnen dabei helfen, Denk- und Handlungsmuster zu durchbrechen, um wieder einen optimistischeren Blick auf das Leben zu erlangen. Wir werden gemeinsam erarbeiten, dass sie sich wieder in der Lage fühlen, soziale Beziehungen einzugehen und mehr Handlungsspielraum zu erleben.

