Lärmempfindlichkeit

Herrscht eine Übersensibilität für bestimmte Frequenzbereiche von Umgebungsgeräuschen, liegt eine Lärm- oder Geräuschempfindlichkeit vor. Betroffene empfinden bereits leise oder mäßige Geräusche als unangenehm. Hieraus ergeben sich häufig Symptome wie Herzrasen, innere Unruhe, Angst oder einem Tinnitus. Die Empfindlichkeit kann sich in Aggressionen, einer überhöhten Reizbarkeit oder auch in gestressten Nerven zeigen.
“Hyperaktivität der äußeren Haarzellen oder psychische Erschöpfung”
Die hohe Geräuschempfindlichkeit hat weitreichende Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen, da sie entsprechende Geräusche meiden und sich immer mehr sozial isolieren. Klienten zeigen vielfältige Vermeidungsstrategien oder halten sich sogar die Ohren zu. Die körperliche Ursache einer Geräuschempfindlichkeit liegt in der Hyperaktivität der äußeren Haarzellen im Innenohr. Hier findet auch die Unterteilung von leisen zu lauten Schallquellen statt. Kommt es zu einer Störung im Innenohrbereich, so ist das Ohr nur noch partiell in der Lage gut zu hören und zu filtern.
Zunächst sollte der körperliche Aspekt der Geräuschempfindlichkeit bei einem Facharzt abgeklärt werden. Ein Neurologe und HNO-Arzt hat die Möglichkeit, mit Hilfe des neurootologischen Counseling zu therapieren. Hierbei wird eine mehrwöchige Beratung des Klienten durch die Ärzte durchgeführt. Eine weitere Therapieform stellt der Einsatz von Markern oder Noisern dar. Dieses Gerät, welches einem kleinen Hörgerät ähnlich ist, stellt eine angenehme Geräuschkulisse her, welche nach und nach lauter wird. Diese Technik soll dabei helfen, dass das Gehirn lernt, unwichtige Geräusche zu filtern.
Häufiger Grund für das Entstehen einer Geräuschempfindlichkeit sind jedoch psychische Belastungen. Depressionen, Ängste, psychische Erschöpfung oder posttraumatische Belastungsstörungen sind nur einige Beispiele hierfür. Im Rahmen einer Therapie können wir gemeinsam die Auslöser und damit verbundene Handlungsmuster entdecken und entsprechend modifizieren. Gleichzeitig können wir daran arbeiten, dass sie mit einem besseren Gefühl in soziale Kontakte gehen, so dass sich ihre Lebensqualität wieder verbessert.

